Warum Morinda?


von Heilpraktiker Horst H. Boss, D – 83646 Wackersberg – Oberfischbach (Bad Tölz)

Faszinierend, wenn man Professor Johannes Westendorf, international anerkannter Wissenschaftler, Toxikologe und Pharmakologe an der Uni Hamburg Eppendorf über die Schultern schauen darf. Geduldig nimmt er sich Zeit und erklärt mir akribisch was er in seinem Labor so forscht. Angetan hat es ihm die Nonifrucht. Und natürlich der Original „Tahitian-Noni-Saft“. Wenn er an seiner selbst mitgebrachten, einjährigen Nonipflanze hinaufschaut, fangen seine Augen an zu glänzen. Die ersten Blüten und somit die ersten Früchte entwickeln sich, während er auf einige Ameisen auf den Blüten und Stengeln zeigt, die die Pflanze emsig bestäuben.

Die Begeisterung kommt nicht von ungefähr. Ist er es doch, der die Pflanze bis heute weltweit mit am intensivsten unter die Lupe genommen hat. Eine Pflanze, die soviel gute, unzählige und interessante Stoffe in sich beherbergt, dass, wenn man den Saft trinkt nach einiger Zeit getrost von mehr Wohlbefinden und innerer Ausgeglichenheit sprechen kann.
Doch wenn er dann die einzelnen Säfte anderer Anbieter unter die Lupe nimmt, dann packt ihn fast immer die blanke Wut. Noni ist nämlich fast nie Noni. Zudem sind in den Angeboten häufig nicht deklarierte Konservierungsstoffe sowie andere zugesetzte Chemikalien enthalten. Sich in seinem Labor bewegen zu dürfen, mitzuerleben, wie die marktüblichen Säfte untersucht werden, wie die Kurven auf den Aufzeichnungsblättern direkt ausgedruckt und sofort mit andern Säften abgeglichen werden, und mit welch schlechten Ergebnissen die Analysen häufig abschneiden, war schon verblüffend. Wenn man auf die Etiketten schaut und die dann mit den Ergebnissen vergleicht, dann kommt selbst beim Beobachter sofort enormer Frust auf.
Noni aus Abpresssaft…, oder aus Konzentrat…, ja das schmeckt, bekommt und tut sooo gut. Von wegen…, denkste! Fast alles Schmuh, legaler Betrug und Betrug! Warum? Nun, analysieren wir mal genau: Zum Beispiel fehlt im Abpresssaft das Fruchtfleisch. Logisch. Was sagen Sie? Schmeckt trotzdem? Macht nichts? Und ob, denn gerade im Fruchtfleisch sind die Super-Antioxydantien drin. So unter anderem der hochkarätige Radikalenfänger Quercetin. Und der befindet sich nun mal nur im Püree. Nebenbei: Auch Abpresssaft wird zur Haltbarmachung erhitzt (siehe Konzentrat).

Betrachten wir jetzt das Konzentrat. Zuerst wird dem Saft ca. 90% Wasser entzogen. Bei einem Zehntel Gewicht lässt sich der entstandene Sirup nämlich dann viel billiger verschiffen. Am Abfüllort wird dann wieder Wasser hinzugefügt, bis die ursprüngliche Konzentration wieder hergestellt ist – manchmal aber auch viel mehr, so dass ein stark verdünnter Saft entsteht. Beim Vorgang der Konzentrierung verflüchtigen sich eine Reihe von Inhaltsstoffen. Auch solche, die an der Wirkung des Saftes beteiligt sind. Daneben werden Vitamine und andere hitzeempfindliche Stoffe zerstört. Na toll! Wirklich ganz toll! Auch einige Oligosaccharide – sie haben immunstimulierende Wirkung – überleben die Hitze nicht. Was soll man noch sagen…? Es fehlen einem einfach die Worte.
Nebenbei: Der Original „Tahitian-Noni-Saft“ wurde als Vorreiter bei der EU durchgeboxt. Und zwar als Mehrfruchtsaft. Im Original Tahitian-Noni-Saft sind mindestens 89% reiner Nonisaft (incl. Püree) drin. Die restlichen 11% bestehen aus Blaubeer- und rotem Traubensaft, wegen der Geschmacksverbesserung. Daneben haben diese Säfte auch besonders hohe Konzentrationen an Antioxidanzien. Wichtig ist zu wissen, dass der Saft nur seine wohltuende Wirkung entfalten kann, wenn er mindestens aus 80% Saft und Püree besteht. Also weiter. Der Saft ist bei der EU als Mehrfruchtsaft zugelassen. Was heißt das jetzt genau? Nämlich, dass nicht vorgeschrieben ist, wie viel Noni wirklich in jeder Flasche drin sein muss. Bei den meisten Nonisäften, auch denen aus dem Reformhaus, und auch da wo BIO drauf steht, sind oft meist nicht mehr als 10% bis höchstens 30% Nonisaft drin. Der Fruchtgeschmack kommt aus fermentiertem Holz, das im Endeffekt als Pulver beigegeben wird und dem Gaumen ein starkes Himbeeraroma vorgaukelt. Fermentiertes Holz wird auch bei der Pudding- und Bonbonherstellung verwendet. Aber das Fatale – um den Saft zusätzlich haltbar zu machen wird meist noch Benzoesäure (E 210) hinzugesetzt. Diese wirkt zwar antibakteriell, kann aber starke Allergien auslösen, bis hin zum anaphylaktischen Schock bzw. evtl. letztlich Kreislauf- und Organversagen hervorrufen. Und was absolut verwerflich ist – die Angabe dieses Stoffes fehlt meist auch noch gänzlich auf dem Etikett, was absolutgesetzliche Pflicht ist. Kaschiert wird das Ganze, indem man noch Zitronensäure hinzu gibt. So wird der Saft auf einen pH – Wert von 3 bis 4 herruntergepuffert. Die Zitronensäure wirkt zusätzlich fungizid (gegen Pilze oder ihre Sporen), und wird vom Konsumenten auf dem Etikett weitaus besser akzeptiert als Benzoesäure. Bei der Zulassung beziehen sich alle Hersteller lediglich auf die Zulassungsnummer vom Original „Tahitian-Noni-Saft (TNI)“. So einfach macht es einem der Gesetzgeber. Die komplexe Mischung des ursprünglichen Nonisaftes ist also nach dem Erhitzen 100%-ig nicht mehr identisch mit dem Ausgangsmaterial. Das wird dem Verbraucher nur vorgetäuscht.




Prof. Johannes Westendorf
Doktorantin
Heilpraktiker Horst H. Boss
(von links nach rechts)






100% Noni ist drin. Ja ja, aber vielleicht nur 1% des Flascheninhaltes. Und das noch aus erhitztem, und teilweise totem Konzentrat. Aber, will die Welt wirklich betrogen werden? Oder reagiert der Verbraucher doch demnächst scharf? Wäre allgemein zu wünschen. Erkennen kann man den minderwertigen Nonipansch auch an anderen im Labor getesteten Werten. Zum Beispiel an der Decatriensäure (CPX). Hier handelt es sich um eine 3-fach ungesättigte Fettsäure mit 10 Kohlensäureatomen, ähnlich den Omega-3-Fettsäuren. Sie ist bislang nur im Nonisaft und dem Saft des Weihnachtssterns sowie in einem Bodenbakterium aus Venezuela nachgewiesen worden. In anderen Früchten kommt sie nicht vor, weshalb sie absolut spezifisch für Nonifrüchte ist. Ist sie in der Analyse nicht zu finden, so handelt es sich schon mal zu 100% nicht um Noni. Zudem ist es ebenfalls eine teilweise flüchtige Substanz. Der Stoff Scopoletin, der entzündungshemmende Eigenschaften hat, kommt zwar auch in anderen Pflanzen vor, aber meist nicht in den Früchten. Er kann zusammen mit der Dekatriensäure zum Nachweis der Authentizität des Nonisaftes herangezogen werden. Wenn sich das Verhältnis der Decantriensäure zu Scopoletin ändert, ist dieses ein untrügliches Zeichen für eine Hitzekonzentrierung des Nonisaftes. Tatsache ist aber, dass der Original „Tahitian-Noni-Saft“ von Morinda – mit seinem über 89%-igen, reinen Nonianteil (incl. Püree) – dem Wohlbefinden von Mensch und Tier enorm beitragen kann. Dafür scheint, nach heutiger Kenntnis, aber nicht nur jeweils ein einzelner Stoff (von über 150 verschiedenen, nachgewiesenen) verantwortlich zu sein, sondern das Verhältnis untereinander und das Vorhandensein aller Stoffe insgesamt.

Ich bleibe am Ball und werde demnächst weiter berichten.